Pulsdiagnose

Unter der Diagnostik durch Tasten (z.B. Bauchdiagnose, Meridianabtastung, Pulsdiagnose) nimmt das Ertasten von Körperpulsen eine wichtige Stellung ein. Es gibt mehrere Pulstaststellen am Körper, mit entsprechenden Aussagen über den Zustand von Körperenergien.
Die wichtigsten Pulstaststellen liegen jedoch an beiden Handgelenken. Die Pulsdiagnose ist eine Kunst bei der man ein Leben lang hinzulernt, hier kann daher nur ein ganz, ganz kurzer Überblick gegeben werden.


Die Pulstaststellen der Arteria radialis am Handgelenk :


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Die Pulstaststellen der A. radialis befinden sich an jeweils 3 Stellen direkt oberhalb der linken und rechten Hand. Getastet werden sie (am besten gleichzeitig) mit dem Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger des Behandlers.
An diesen Positionen, die in der Nähe des 8. und 9. Punktes des Lungenmeridianes liegen (Lu 8 und Lu 9), wird die Pulswelle sowohl oberflächlich als auch in der Tiefe getastet, und spiegelt in ihrer Stärke und Qualität (z.B. ob schnell oder langsam, ob rauh oder schlüpfrig, ob schmal oder breit usw.) die Beschaffenheit der Lebenskraft im allgemeinen und in den, den jeweiligen Pulstastpositionen zugeordneten Funktionskreisen wieder.
 
Nach heutiger Anschauung sind die folgenden Pulstaststellen den folgenden chinesischen "Organen" zugeordnet (die Seitenangaben beziehen sich auf die Arme des Patienten):

Links oberflächlich
Links tief
Rechts oberflächlich
Rechts tief
Zeigefinger (des Behandlers)
(dem Handgelenk am nächsten)
Dünndarm
Herz
Dickdarm
Lunge
Mittelfinger (des Behandlers)

Gallenblase
Leber
Magen
Milz
Ringfinger (des Behandlers)
(dem Handgelenk am fernsten)
Blase
Niere (Yin)
3-facher-Erwärmer
Niere (Yang)

Vorteile der Pulsdiagnose :

Etwaige Änderungen in der Beschaffenheit der Lebensenergie spiegeln sich sofort an den zugeordneten Pulstaststellen als Änderung der Quantität und Qualität der Pulswelle wieder. Es kann daher vor, während und nach der Behandlung eine energetische Diagnose gestellt werden, z.B. auch ob die Behandlung eine erwünschte Änderung in der Verteilung der Lebenskraft erreicht hat.

Selbst bei Symptomenfreiheit kann festgestellt werden, welche Funktionskreise für eine vorbeugende Behandlung gestützt werden müssen, d.h. wo die momentan schwächste Stelle im System ist.

Desgleichen können bei einer Behandlung, die sich streng am Pulsbild orientiert, über eine Harmonisierung des ganzen Grundgefüges, auch öfters Symptome geheilt werden, von denen der Behandler gar nichts wußte.

Nachteile und Probleme bei der Pulsdiagnose :

Auch bei korrekter Durchführung der Pulsdiagnose, bei der einiges beachtet werden muß, bieten sich auch dem geübten Behandler zeitweise Schwierigkeiten. Die Pulse spiegeln eine Mischung zwischen gesunden und kranken Energien wieder. Eine Anhäufung von kranker Energie kann als ausreichende Menge gesunder Energie fehlinterpretiert werden.

Die Pulse zeigen nur die Beschaffenheit der sogenannten "Betriebsenergie", die mehr für normale Krankheiten und das momentane Befinden maßgeblich ist. Eine sehr große Erschöpfung auf einer sehr tiefen, grundlegenden Energieebene (z.B. bei gefährlichen chronischen Erkrankungen) kann nicht ohne weiteres über die Pulsdiagnose festgestellt werden. Es gilt die Regel, daß es für die Prognose einer Krankheit ungünstig ist, falls das Pulsbild den sonstigen Symptomen einer Krankheit widerspricht.